Arbeitslosigkeit um 8,7 % höher als vor einem Jahr

Knapp 2.000 Menschen sind langzeitbeschäftigungslos, nur noch leichter Rückgang bei offenen Stellen


  • Veröffentlicht 03.03.2025
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 28.02.2025 waren in Tirol 17.112 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +1.374 Menschen mehr (+8,7 %). Sieben von zehn arbeitslos vorgemerkten Personen (68,4 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. Ein Drittel hat aktuell eine Einstellzusage (32,5 %) von einem Betrieb und jeder Vierte war zuletzt in der Baubranche beschäftigt (25,8 %). Österreichweit liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei +8,0 % und aktuell gibt es in Österreich 347.424 Arbeitslose. [Arbeitslose im Februar 2020: 15.307 | 2021: 38.471 | 2022: 15.674 | 2023: 14.824 | 2024: 15.738 | 2025: 17.112]

„Das Bild am Arbeitsmarkt bleibt unverändert. Die Arbeitslosigkeit ist fast in allen Branchen höher als vor einem Jahr. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung weiterhin an. Tirol wird bis zum Ende der Wintersaison das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote bleiben.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Bei 17.112 Arbeitslosen und geschätzten 372.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Februar 2025 in Tirol 4,4 %. Im Bundesländervergleich ist das der geringste Wert. Damit lag die (geschätzte) Arbeitslosenquote um +0,3 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. [Arbeitslosenquote im Februar 2020: 4,1 % | 2021: 11,0 % | 2022: 4,2 % | 2023: 3,9 % | 2024: 4,1 % | 2025: 4,4 %]

2.563 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +214 Personen oder +9,1 % mehr. [Schulungsteilnehmer_innen im Februar 2020: 2.166 | 2021: 2.484 | 2022: 2.645 | 2023: 2.289 | 2024: 2.349 | 2025: 2.563]

Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen und Älteren steigt
Nach Alter betrachtet ist die Arbeitslosigkeit bei Personen unter 20 Jahren (+25,7 %) und bei den 60- bis 64-Jährigen (+18,4 %) am deutlichsten gestiegen. Dabei ist insbesondere der starke Anstieg bei jungen Frauen im Alter von 18 bis 19 Jahren auffällig, die zuletzt im Handel oder in der Beherbergung beschäftigt waren. Bei den 60- bis 64-Jährigen kann der Anstieg bei den Frauen (+85) größtenteils mit der Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters erklärt werden. Aber auch bei den Männern ist die Arbeitslosigkeit in dieser Alterskohorte insbesondere in Industrie und Handel spürbar gestiegen (+70).

„Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die Sensibilität der Übergangsphasen im Arbeitsleben. Wir müssen unsere arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gezielt auf diese Phasen ausrichten, um Jugendlichen einen erfolgreichen Berufseinstieg und den Älteren einen guten Übergang in die Pension zu ermöglichen.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol.

Arbeitslosigkeit in Innsbruck besonders stark gestiegen, in Reutte gesunken Ein überdurchschnittlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit konnte lediglich in den Bezirken Innsbruck Stadt/Land (+13,8 %) und Landeck (+10,7 %) beobachtet werden. Allein in Innsbruck Stadt/Land sind +989 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag dort zuletzt bei 5,8 %. Auch in den Bezirken Schwaz, Kitzbühel (jeweils +8,7 %), Lienz (+4,2 %), Imst (+3,0 %) und Kufstein (+2,5 %) sind aktuell mehr Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr. Lediglich im Bezirk Reutte (- 13,6%) ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich gesunken. Die Arbeitslosenquote lag dort zuletzt bei 2,6 %.

  • Arbeitslosigkeit gestiegen ↑ +1.374 | +8,7 % auf 17.112 Personen
  • Beschäftigung gestiegen ↑ +2.000 | +0,6 % auf 372.000 unselbständig
  • Beschäftigte Arbeitslosenquote gestiegen ↑ +0,3 %-Punkte auf 4,4 %

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ZUSAMMENFASSUNG - Der Tiroler Arbeitsmarkt im Februar 2025
Arbeitslosigkeit um 8,7 % höher als vor einem Jahr

Frauen stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen
Ende Februar verzeichnete Tirol einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei beiden Geschlechtern. Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr bei den Frauen (+16,3 %) deutlich stärker als bei den Männern (+5,4 %). Insgesamt waren 5.624 Frauen und 11.488 Männer ohne Beschäftigung. Aufgrund der Saisonarbeitslosigkeit in der Baubranche liegt die Arbeitslosenquote der Männer mit 5,6 % deutlich über jener der Frauen (3,0 %). Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenquote mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten etwas stärker als bei den Männern (+0,2 %-Punkte).

Arbeitslosigkeit in fast allen Branchen höher als im Vorjahr
Mit Ausnahme der Baubranche (-56) ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Branchen gestiegen. Besonders stark erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Handel (+313 bzw. +15,0 %), in der Warenherstellung (+221 bzw. +15,5 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+152 bzw. +10,5 %), im Gesundheits- und Sozialwesen (+146 bzw. +16,0 %) und in der Gebäudereinigung (+113 bzw. +24,2 %). Knapp 2.000 Menschen sind langzeitbeschäftigungslos Aktuell sind in Tirol 1.961 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +16,4 % bzw. +277 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gruppe der Langzeitbeschäftigungslosen weist spezifische Merkmale auf. Mehr als sechs von zehn (61,2 %) haben gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Mehr als die Hälfte (54,0 %) sind älter als 50 Jahre und fast ebenso viele (50,5 %) verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss. Diese Faktoren verdeutlichen die komplexen Herausforderungen bei der Wiedereingliederung dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt.

Nur noch leichter Rückgang bei offenen Stellen
Die rückläufige Tendenz bei den offenen Stellen hat sich am Tiroler Arbeitsmarkt stark eingebremst. Ende Februar waren beim AMS Tirol 6.786 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was nur noch einem marginalen Rückgang von -0,3 % oder -20 Stellen im Jahresvergleich entspricht. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen ist weiterhin der Einzelhandel (-161). Aber auch im Bereich Verkehr und Lagerei (-102) und in der Beherbergung (-83) sind aktuell weniger offene Stellen beim AMS Tirol gemeldet als im Vorjahr. In der Arbeitskräfteüberlassung (+230), im Gesundheits- und Sozialwesen (+111) und in der Baubranche (+53) sind mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im Februar 2020: 5.451 | 2021: 3.558 | 2022: 9.758 | 2023: 7.851 | 2024: 6.806 | 2025: 6.786]

Mehr Lehrstellensuchende, aber weniger offene Lehrstellen
Am Tiroler Lehrstellenmarkt kann im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um -12,3 % auf insgesamt 1.052 beobachtet werden. Besonders häufig werden Lehrlinge im Einzelhandel mit 344 offenen Lehrstellen und in der Beherbergung (198) gesucht. Aber auch in der Bauinstallation (71), im Hochbau (48), im Großhandel (47) und in der Gastronomie (38) sind viele offene Lehrstellen aktuell beim AMS Tirol gemeldet. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist hingegen um +15,2 % auf 440 gestiegen. Trotz dieses Anstiegs übersteigt die Zahl der offenen Lehrstellen mit 1.052 deutlich die der Suchenden. Diese Diskrepanz unterstreicht den fortbestehenden Bedarf an jungen Fachkräften, quer durch verschiedene Branchen. Der demografische Wandel wird diesen Bedarf weiter verschärfen, da in den kommenden Jahren besonders viele Fachkräfte mit Lehrausbildung den Arbeitsmarkt verlassen werden. [Offene Lehrstellen (sofort verfügbar) im Februar 2020: 851 | 2021: 465 | 2022: 1.335 | 2023: 1.065 | 2024: 1.199 | 2025: 1.052] [Lehrstellensuchende (ohne Einstellzusage, sofort verfügbar) im Feb. 2020: 315 | 2021: 433 | 2022: 304 | 2023: 333 | 2024: 382 | 2025: 440] 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 03. März 2025